Mainz, 2. Oktober 2018
Auswärts
fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit,
Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive
Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An
dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke
rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand
betrachtet – eine Spätlese eben!
01
Hin und weg:
Samstag
halb vier mit der Bahn ins Revier: Ein ICE-Ticket, gültig nur am
Samstag für beliebig viele Fahrten. Die Instagram Community von
Meenzer-on-Tour hatte am Samstag entschieden: Das Ding ist wirklich
was für „Profifans“. Dumm nur, dass es das Ticket aktuell nur
für Vielfahrer als Prämie gibt. Aber vielleicht legt es die Bahn ja
irgendwann mal für den gewöhnlichen „Profifan“ auf

Traumfahrkarte für Profi-Fans
02
(N)immer nuff:
Mag
die Arena auf Schalke gefühlt auch am Ende des Potts liegen, die
Cops organisieren den Transfer vom Hauptbahnhof zum Gästeblock
routiniert entspannt, wenn man mit demselben Zug ankommt, wie der
Großteil der aktiven Fanszene. Den Absperrungen nach zu urteilen,
mögen es die Cops allerdings nicht, wenn man ihr „Angebot“
abschlägt und stattdessen die überfüllte Straßenbahn nehmen
möchte. Ich habe es dieses Mal nicht getestet, aber meine Erfahrung
aus der Vergangenheit lässt den Schluss zu, dass sich daran nichts
geändert hat. Wahlfreiheit bestand auf jeden Fall nach Spielende.
Trotzdem die Zeit drängte, den avisierten Zug um 18.32 Uhr zu
bekommen, bekamen es die Cops hin, den Buskorso zurück zum
Hauptbahnhof pünktlich auf die Sekunde zum Hintereingang zu
bugsieren. Abgesperrte Gegenfahrbahnen und rote Ampeln waren keine
Hindernisse, um den Mob aus Mainz möglichst schnell wieder raus aus
der Stadt zu bekommen – eine Win-Win-Situation wahrscheinlich für
alle Beteiligten.

Ab durch die Mitte Schalke-style
03
Kon-Trolle
Das
Tablet als Wurfgeschoss. Klar wenn man in Deutschland schon so viel
Geld hat, einen Dorfverein in die Bundesliga zu hieven, dann dürfte
es auch neureiche Fans geben, die ihr Tablet mal eben so in den
Nachbarblock schmeißen. Daher wurde mir das Tablet abgenommen. Ich
bekam es allerdings später auch problemlos wieder zurück.
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Potentielles Wurfgeschoss 2018
04
Kampf um den Mampf
Schalke
mit seinem Wurst-Chef gewann jüngst wieder beim PETA-Vergleich der
Vegetarier-freundlichsten Stadien Deutschlands. Nein, das ist keine
Fake-News. Aber Fake-Wurst gab es dann doch nicht im Gästeblock.
Denn die Tierschützer von PETA haben bei ihrem Grand Prix des
Tor-Tofus leider nicht beachtet, dass es einen Unterschied macht, ob
man im Gästeblock oder Heimbereich fleischlos Fußball gucken
möchte. Dementsprechend wurden im Vegetarier-freundlichsten Stadion
Deutschlands innovative Brezeln im Gästeblock kredenzt
05
Käfighaltung
Die
Massenfanhaltung auf Schalke läuft nach wie vor so ab, dass der Mob
vom Rest des Stadions durch Plexiglas getrennt wird – ideal zum
gegenseitigen Provozieren und Herumpöbeln. Außerdem sitzen über
dem Plexiglaskäfig unter dem Turnhallendach Blau-Weiße, denen es in
den Sinn kommen mag, dem Gästeblock eine gratis Veltins-Dusche zu
verpassen. Während man sich gegenüber Gästefans wenig empathisch
gibt, zeigt man glücklicherweise gegenüber anderen Menschengruppen
eine klare Haltung: Auf Bannern unterm Turnhallendach wird die
Tradition bejubelt und Rassismus und Homophobie die rote Karte
gezeigt – gut so Schalke 04!

Blick aus dem Käfig
Fazit:
Der Jahrgang 2018/2019 ähnelt dem durchschnittlichen Erlebnis der
Jahrgänge zuvor, wird aber durch das innovative Angebot der Bahn
qualitativ ein wenig angehoben – zum Wohl!
Rot-weiße Grüße,
Christoph – Meenzer on Tour
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