Mainz, 7. Dezember 2018
Auswärts fahren bietet in unserem
komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges
geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln
oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte
ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige
Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine
Spätlese eben!
01 Hin und weg:
Freitagabend nach Düsseldorf –
klingt stressig, was den Feierabend- und Wochenendverkehr angeht.
Aber mit der Bahn nach Düsseldorf ging es ruckzuck, pünktlich und
ziemlich entspannt. Wenn es auf dem Platz läuft, läuft es auch beim
Hin- und Wegkommen wunderbar.
02 (N)immer nuff:
Die Fahrt mit der Straßenbahn vom
Hauptbahnhof zum Rheinstadion ist zum Glück nicht ganz so nervig wie
die nach Köln, zumal man zwei verschiedene Linien nehmen kann. Bei
der zweiten Linie muss man zwar ein paar Hundert Meter laufen, dafür
ist die Bahn nicht restlos überfüllt. Die schwierigste Aufgabe in
Düsseldorf ist vielleicht das Auffinden von lecker Bier. In den
Kiosks und den Tanken gab es die üblichen Pilsverdächtigen neben
dem Alt. Sogar Kölsch stand im Kühlregal, aber kein Helles…aber
das sind halt auch Luxusprobleme.

Montags...alles außer Fußball
03 Kon-Trolle
Auch die Kontrolle war an diesem Abend
nicht erwähnenswert: alles easy.
04 Kampf um den Mampf
Ein Stadion mit zwei Biersorten gibt es
in Fußballdeutschland leider immer weniger. Gut, ob das einzig Wahre
so ein lecker Bier ist, sei dahingestellt. Das Frankenheim Alt als
Alternative war eigentlich ganz lecker, wobei ich trotz der
0:4 Klatsche immer noch das Bolten aus Gladbach besser finde. Mampfmäßig
sah es deutlich eintöniger aus. Zwei Wurstvarianten, zwei
Brezelvarianten – fertig. Düsseldorf hat so leckere japanische
Küche zu bieten – ein Grund mehr, vorher oder nachkicks dort
vorbeizuschauen, statt dieser kulinarische Einöde zu fördern.

Protest zeigt Wirkung
05 Käfighaltung
Ein guter Blick bietet sich aus dem
Gästeblock, der sich in der Nähe der Eckfahne befindet – anders
als der Gästeblock damals im Pokal gegen Leverkusen, als wir hinter
dem Tor einquartiert waren. Vom Block hatte man eine perfekte Sicht auf
die Banner des Fortuna-Anhangs, der mit ein paar Spruchbändern
seinen Protest gegen Montagsspiele kundtat. Und dass dieser x-te
Protest tatsächlich etwas an der Haltung der Verantwortlichen änderte, hätte ich Anfang 2018 nicht
wirklich gedacht. Die kreativen Protestaktionen z.B. auch von
Freiburgern und Mainzern im Bruchweg samstags um fünfzehn dreißig
in der letzten Saison haben dann wohl doch im knallharten Business
Fußball ihre Wirkung gezeigt. Wenn 2021 nach dann 28 Jahren
Montagsspielen diese endlich ad acta gelegt werden, ist das ein
Verdienst der Kurven von Kiel bis Burghausen. Eigentlich wird aktiven
Fußballfans immer vorgeworfen, sich selbst zu feiern. Komischerweise
war davon aber in dieser Woche gar nichts zu spüren.
Ein weiteres Highlight in Düsseldorf
waren die Spruchbänder in der Halbzeitpause als Protest gegen
Spielchen der Sponsoren zwischen beiden Hälften – schließlich
wurden Roulette und andere Glückspielprodukte wunderbar präsentiert.
Dass Zocken zu einer Spielsucht führen kann ist kein Grund, auf
Sponsoren aus der Glücksspielbranche zu verzichten. Schließlich
wurde das Rheinstadion jüngst gerade wieder umbenannt – in eine
Daddelbude. Aber Schweini macht es ja vor und wirbt gleich für die
gesamte Branche.

Glücksspielarena Düsseldorf
Fazit: Der Jahrgang 2018/2019 besticht
durch unstressige An- und Abreise, durchschnittliche Verköstigung,
einen gelungenen Protest und einen guten Blick auf das Glücksspiel
Fußball – zum Wohl!
Rot-weiße Grüße,
Christoph – Meenzer on Tour
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